
Felix Kempf sagte:
"Besonders danken möchte ich an dieser Stelle Angelika Lawo, die als Mitglied des Vereins Gedenken im Würmtal, aber auch besonders als Lehrerein am FLG genau dies tut: Mit jungen Menschen die Vergangenheit betrachten, analysieren, Texte lesen, wie auch heute aus dem Buch von Uri und Judith Chanoch, den Eltern von Shlomi Chanoch, „Von Kaunas über Dachau in ein neues Leben“. Die Schülerinnen und Schüler können basierend auf dem vermittelten geschichtlichen Wissen eine Haltung gegen rechts, eine Haltung gegen Antisemitismus entwickeln, die Bestand hat. Auch der Besuch von Shlomi Chanoch in der 10. Klasse und sein persönlicher Bericht tragen dazu bei – herzlichen Dank, dass Sie in die Schule gehen und ihr persönliches Schicksal beispielhaft teilen. Thank you Shlomi Chanoch for taking the time going into the classrooms and telling your story, personally and as an example for the horror of the past."
Auch die beiden Schülersprecherin Lara Tschernin und Laura Blanck von der SMV des Feodor-Lynen-Gymnasiums kamen zu Wort und betonten, das die Menschen an dem Tag zusammengekommen, um innezuhalten. "Um uns bewusst zu machen, was geschehen ist und was das für uns heute bedeutet. Denn Erinnern ist kein rein historischer Akt. Es ist etwas Lebendiges, das uns betrifft, auch wenn die Ereignisse viele Jahrzehnte zurückliegen. Dabei geht es nicht darum, die Vergangenheit mit Vorwürfen zu betrachten. Viel wichtiger ist die Frage, was wir aus ihr mitnehmen. Denn Geschichte stellt uns keine Rechnung, sie stellt uns Aufgaben. Sie fordert uns heraus, aufmerksam zu bleiben und unsere Gesellschaft aktiv mitzugestalten.
Wir leben in einer Zeit, in der wir jeden Tag Entscheidungen treffen, sowohl im Kleinen als auch im Großen. Ob wir wegsehen oder hinschauen. Ob wir schweigen oder widersprechen. Genau darin zeigt sich, welche Werte wir wirklich vertreten.
Gerade wir als junge Menschen könnten denken, dass all das weit entfernt von uns liegt. Doch Diskriminierung, Vorurteile und Ausgrenzung existieren weiterhin manchmal offen, manchmal versteckt. Und genau deshalb ist es so wichtig, sich damit auseinanderzusetzen.
Erinnerung verschwindet nicht einfach, aber sie braucht Menschen, die sie weitertragen. Sie braucht Räume, in denen Geschichten erzählt werden, und Menschen, die bereit sind zuzuhören. Nur so bleibt sie Teil unserer Gegenwart (...)"


