Planegg wird fahrradfreundliche Kommune

AGFK Hauptbereisung

Polizeichef Thomas Sorgalla, Dr. Richard Richter vom Bau- und Umweltamt, Martin Singer vom bayerischen Verkehrsministerium, Lotar Krahmer vom örtlichen ADFC, AGFK-Hauptgeschäftsführerin Sarah Guttenberger, Kathi Dörzbach vom Ordnungsamt, Mobilitätsbeauftrager Roman Brugger, Andreas Löbe vom Bauamt, Bürgermeister Heinrich Hofmann, Helgert Klaus vom ADFC-Landesverband, Martina Dorn vom Bauamt.

Planegg wird dem Bayerischen Verkehrsministerium für eine Auszeichnung als fahrradfreundliche Kommune vorgeschlagen. Das ist das Ergebnis der eintägigen “Hauptbereisung” in Planegg am 15.10.2019, im Rahmen derer eine Bewertungskommission bestehend aus Vertretern der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern e.V. (AGFK), des Allgemeinden Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr die Gemeinde Planegg in puncto Fahrradfreundlichkeit eingehend unter die Lupe nahm.

Die AGFK, deren Gründungsmitglied Planegg seit 2012 ist, unterstützt

Kommunen mit klarem Bekenntnis zum Radverkehr auf dem Weg, die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr zu erlangen.

Am Tag der Hauptbereisung hatte die Gemeinde vormittags die Gelegenheit, der Bewertungskommission im Großen Sitzungssaal darzulegen, was seit der „Vorbereisung“ im Jahr 2015 alles für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer in Planegg verbessert und auf den Weg gebracht worden ist. Nachmittags folgte dann eine Begutachtung vor Ort: Die Bewertungskommission begab sich mit Bürgermeister Heinrich Hofmann, Mobilitätsreferent Roman Brugger, Polizeichef Thomas Sorgalla, Lotar Kramer vom ADFC vor Ort sowie Experten des Bau- und Umweltamtes Planegg auf eine Fahrradexkursion durch Planegg und Martinsried. Begutachtet wurden dabei Dinge wie die Beschilderung, die Sicherheit der Fahrradwege sowie die Beschaffenheit der Kreuzungen. Als sich die Bewertungskommission danach im Rathaus zur Beratung zurückzog, wurden aber auch Faktoren wie die Kommunikation von Fahrradthemen durch die Gemeinde sowie der Internetauftritt in die Erwägungen miteinbezogen.

Das Ergebnis viel knapp, aber positiv aus: Planegg ist noch nicht zu 100% fahrradfreundlich. Aber seit der Vorbereisung 2015 ist schon viel geschehen, um die Fahrradfreundlichkeit zu verbessern. Und: Die Gemeinde Planegg ist fest entschlossen, weiter Anstrengungen zu unternehmen, um noch fahrradfreundlicher zu werden.

So sagte Martin Singer vom bayerischen Verkehrsministerium auch in der Begründung der Juryentscheidung: „Die Empfehlung zur Auszeichnung dient auch als Ansporn, die bisherigen Erfolge weiter zu verfolgen. Es handelt sich hier mehr um einen Prozess als um einen Zustand.“ Dem konnte Bürgermeister Heinrich Hofmann nur beipflichten: „Das Engagement vonseiten der Gemeinde ist klar da. Wir freuen uns sehr, dass die Bewertung positiv ausgefallen ist, auch wenn wir noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen haben.“ AGFK-Geschäftsführerin Sarah Guttenberger lobte die Gastfreundschaft der Gemeinde Planegg und ihr „hohes Engagement“, die Ziele zu erreichen. Sie zeigte sich sehr erfreut, dass so ein hochkarätiges Gremium der Gemeinde, bestehend aus Bürgermeister, Polizei und Experten aus der Gemeindeverwaltung, an der Hauptbereisung teilnahm.

Unter anderem bei folgenden Punkten muss Planegg noch nachbessern:

  • Auf der Website der Gemeinde sollen die vom Winterdienst geräumten Straßen und Wege für die Radfahrer auf einer Karte ersichtlich sein.
  • Ebenfalls auf der Website soll der Routenplaner von MVG Rad eingebettet werden.

Bei der Befahrung wurden zudem an einigen Punkten Empfehlungen ausgesprochen, die im Nachgang von der Gemeindeverwaltung geprüft und weiter bearbeitet werden.

Die Bewertungskommission wird jetzt eine Empfehlung an das Bayerische Verkehrsministerium abgeben, Planegg als „fahrradfreundliche Kommune“ auszuzeichnen. Wenn das Ministerium zustimmt, wird Planegg am 22. November die Urkunde als „Fahrradfreundliche Kommune“ überreicht werden.

Seit 2015 ist in Planegg und Martinsried unter anderem folgendes für den Radverkehr umgesetzt worden: 

  • MVG Rad mit elf Radstationen wurde eingeführt
  • Die Gemeinde Planegg arbeitet mit dem Planungsreferat der Landeshauptstadt München an einer Radwegschnellverbindung von Starnberg zur Stadtmitte München.
  • Der Gemeinderat beschloss, einen festangestellten Mobilitätsbeauftragten in der Gemeindeverwaltung zu installieren, der sich der Radverkehrsförderung widmen soll (Stelle ist ausgeschrieben)
  • Zwei Lastenräder wurden gekauft, eines davon kann kostenfrei von Bürgerinnen und Bürgern ausgeliehen werden, das andere steht Gemeindemitarbeitern zur Verfügung
  • Im Rahmen der Diskussion zum Flächennutzungsplan wurde die Verwaltung beauftragt, dem Gemeinderat ein multimodales Verkehrsmodell vorzustellen.
  • Auf der Bahnhofstraße wurde eine Piktogrammkette mit Fahrrädern angebracht
  • Es wurde ein Grundsatzbeschluss getroffen, den Radverkehrsanteil am Modal Split von 11% auf 16% zu erhöhen
  • Neue Gestaltung der Lochhamer Straße mit zwei radfahrfreundlichen Kreisverkehren.

Bei der Bereisung fiel auf, dass es oftmals eine Diskrepanz zwischen den Wünschen der Fahrradfahrer und der geltenden Straßenverkehrsordnung gibt. Oftmals sind hier der Gemeinde die Hände gebunden, wie zum Beispiel auf der Germeringer Straße (M21) zwischen Ketteler und Pasinger Straße, wo ein Fahrradangebotsstreifen nicht mit Richtungspfeilen versehen werden darf, obwohl dies Klarheit für Fahrradfahrer schaffen würde. Genauso wenig ist es möglich, auf der Bahnhofstraße eine rote Markierung in Längsrichtung anzubringen, wie es oft gewünscht wird. Hierzu sind die Fahrbahnen einfach zu schmal.

 

 

 

 

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