LMU erforscht das Massenauftreten von Ameisen in Planegg

Ameise

Durch den Einsatz von einfachen Leimringen aus dem Baumarkt an den Bäumen in der Nähe der Spielplätze konnten die Ameisen so effektiv von ihrer Nahrungsquelle, den Blattläusen, abgeschottet werden, dass 2013 kein einziger Gitfeinsatz nötig wurde! Ein großer Erfolg, der sogar das ZDF auf den Plan gerufen hat. Im Sommer 2014 soll in Planegg ein Beitrag zum Thema gedreht werden. Die Gemeinde Planegg bedankt sich herzlich bei Herrn Prof. Witte für seine Idee und sein Engagement!

 

In den Jahren zuvor gab es wie überall im Raum München auch an Spielplätzen in Planegg und Martinsried in den Sommermonaten ein Massenauftreten von Ameisen. Um die Plätze für die Kinder bespielbar zu halten, mussten die Ameisen regelmäßig von einem fachkundigen Kammerjäger unter Einsatz von Insektiziden bekämpft werden.

 

Seit 2011 hatte sich der Biologe Prof. Dr. Volker Witte von der LMU in Martinsried dieses Themas angenommen. Laut ihm handelt es sich bei der „Ameisenplage“ an Spielplätzen, Grünflächen und Gehwegen, die nicht nur in Planegg zu beobachten ist, um ein Massenauftreten der Art Formica fuscocinerea. Diese Art bildet sog. "Superkolonien", die untereinander kooperieren. Herr Witte vermutete, dass diese Art aber vor allem so erfolgreich ist, weil sie ihre Hauptnahrungsquelle, den sog. "Honigtau“ von Blattläusen, auf den umgebenden Bäumen besonders gut erschließt indem sie die Läuse sehr aggressiv bewacht und verteidigt.

 

Die in den Jahren 2011 und 2012 durchgeführten Untersuchungen von Prof. Witte hatten zu folgenden, vorläufigen Ergebnissen geführt:

 

  • Sand als Bodensubstrat spielt keine Rolle für die Massenvorkommen der Ameisen
  • Die Nahrungsversorgung über Bäume ist der Hauptfaktor,welcher Massenvorkommen begünstigt
  • Bestimmte Baumarten werden sehr stark von den Ameisen genutzt, im Gegensatz zu anderen Arten
  • Chemische Bekämpfungen zeigen nur kurzfristigen Erfolg
  • Langfristige Erfolge können durch Veränderung des Gehölzbewuchses erzielt werden

 

Nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen sollten folgende Gehölzarten im Hinblick auf ein Verdrängen der Ameisen mittel- bis langfristig nicht mehr an öffentlichen (Spiel-) Plätzen verwendet werden:

 

Feldahorn, Spitzahorn, Winterlinde, Stieleiche, Roteiche, Vogelkirsche, Hartriegel, Birke, Kiefer, Fichte


Als positiv haben sich bis jetzt folgende Gehölzarten herauskristallisiert:


Eberesche, Esche, Hainbuche, Kastanie, Silberweide

 

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