Gemeinderat befürwortet Lärmgutachten und Anwohnerversammlung vor weiteren Planungen zur Anbindung der Westumfahrung in Martinsried

Rathaus Schriftzug am Gebäude

In seiner Sitzung am 31.01.19 befasste sich der Gemeinderat mit dem Bereich des künftigen Geltungsbereichs des Bebauungsplans Nr. 82 „Westumfahrung Martinsried“, Neuordnung südliche Fraunhoferstraße und nordwestliche Röntgenstraße.

Durch die Gesprächsbereitschaft des Eigentümers des Gewerbegrundstücks Fraunhofer Straße 1 war es der Gemeindeverwaltung möglich, ein Konzept zu erarbeiten, welches eine optimierte Führung des Anschlusses der Fraunhofer Straße an die zukünftige Umfahrung ermöglicht.

Dieses ist umsetzbar, sofern der Investor der Gemeinde den nördlichen Teil seines Grundstücks zum Bau der Anschlussstraße überlässt. Im Gegenzug erhält der Investor gegen Wertausgleich Flächen im Bereich des Walls. Diese Flächen würden praktisch auch bei allen bisherigen Planungen des Anschlusses an die Westumfahrung benötigt werden. Ein Rückbau des Walls in diesem Bereich wäre in jedem Fall notwendig.

Durch eine bessere Organisation der Erschließung und Baustruktur entsteht so zusätzlicher Bauraum.

Ein solches Vorgehen ist aus folgenden Gründen zu begrüßen und entspricht darüber hinaus vollumfänglich den Leitlinien der Ortsentwicklung:

  • Möglichkeit zur Optimierung des Anschlusses an die Westumfahrung
  • Schaffung von zusätzlichem Baurecht unter Minimierung des Flächenbedarfs
  • Reduktion der erforderlichen gemeindlichen Finanzmittel durch nicht erforderlichen Lärmschutz
  • Umsetzung folgender Leitlinien:
    • Attraktivierung und Stärkung des Gewerbestandortes, insbesondere durch Optimierung der Infrastruktur
    • Berücksichtigung einer ausgeglichenen Finanzlage bei allen Entscheidungen

Die Gemeinde hat in langwierigen Verhandlungen versucht, das Grundstück Fraunhofer Straße 1 zu erwerben, um dann mit einem Investor das oben beschriebene Projekt umsetzen zu können. Leider haben sich die Ankaufsbedingungen so entwickelt, dass die Gemeinde einen Kauf nicht mehr rechtfertigen konnte. Es war trotzdem möglich der Gemeinde ein Teilgrundstück von rund 144 m2 zu sichern, damit die Westumfahrung mit Anschluss an die Fraunhoferstraße gesichert bleibt.

Unabhängig davon, ob es zu einem Tausch mit dem Investor kommt oder lediglich der Anschluss an die Westumfahrung samt Lärmschutzwand entsteht, muss daher das westliche Ende des Walls aufgegeben werden.

Ein Erhalt des Walls in seiner jetzigen Form ist nur bei Verzicht auf die Westumfahrung mit Anschluss an die Fraunhoferstraße möglich.

Der Bauausschuss hat in seiner Sitzung im Dezember 2018 die oben beschriebene Vorgehensweise diskutiert und mit Änderungen beschlossen. Mit einem Nachprüfungsantrag wurde das Thema zur Behandlung und Beschlussfassung dem Gemeinderat übertragen.

Die ursprüngliche Planung für das Gewerbegebäude wurde zwischenzeitlich entsprechend des Beschlusses des Bauausschusses angepasst und sieht aktuell ein reduziertes begrüntes Parkhaus und an der höchsten Stelle des Gebäudes fünf statt sechs Vollgeschossen vor. Das Gebäude ist nunmehr an seiner niedrigsten Stelle (gegenüber der vorhandenen Wohnbebauung) lediglich 6,25 m hoch und staffelt sich bis zur, von der Wohnbebauung am weitesten entfernten Stelle, auf 17,5 m Höhe. Somit ist es an der höchsten Stelle lediglich knapp 2 Meter höher als die angrenzende Wohnbebauung.

Der Gemeinderat sah sich in der Sitzung am 31.01.19 nicht in der Lage, eine Entscheidung für oder gegen die weitere Planung des vorgeschlagenen Gewerbegebäudes zu treffen. Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte folgten einstimmig einem Antrag der CSU-Fraktion, die Entscheidung für oder gegen das Bürogebäude zu vertagen, bis ein Lärmgutachten inklusive einer Darstellung der erforderlichen Lärmschutzwand (Höhe etc.) erstellt worden ist. Zudem sollen das Gutachten und die erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen auf einer Anwohnerversammlung vorgestellt werden. Auf Antrag der FDP sollen auch die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens, das im Zuge der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans erstellt wird, in die weiteren Überlegungen miteinbezogen werden.

Mit dem Ergebnis des Lärmgutachtens für diesen Bereich ist in frühestens zwei Monaten zu rechnen.

 

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