Vorsicht Riesenbärenklau!

Die Planzensäfte in Blättern, Blüten und Stengeln des Riesenbärenklau enthalten Inhaltsstoffe, die in Verbindung mit Sonneneinstrahlung schwere, verbrennungsähnliche Hautverletzungen verursachen können.

Bärenklau in der Einfahrt zur Kiesgrube

Der in allen Pflanzenteilen enthaltene Saft dieser auch Herkulesstaude (Heracleum Mantegazzianum) genannten, oft mehrere Meter hohen Pflanze, wirkt stark phototoxisch und stellt eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Insbesondere bei Hautkontakt unter gleichzeitiger Sonneneinstrahlung führt die dann einsetzende photochemische Reaktion zu schweren Entzündungen, die Verbrennungen dritten Grades gleichen und nur langsam und unter Narbenbildung abheilen.

 

 Blätter Bärenklau

 

Achten Sie deshalb bei Spaziergängen oder Radtouren darauf, dass Sie nicht mit diesen Pflanzen in Berührung kommen! Insbesondere im und um das Kiesgrubengelände in der Fürstenrieder Straße wachsen große, teilweise flächendeckende Bestände des Riesenbärenklaus. Bei Hautkontakt die betroffenen Stellen gegen Sonnenlicht abdecken und so schnell wie möglich mit Wasser und Seife abwaschen!

 

Bärenklau Samenstände

 

Während die Deutsche Bahn die relativ kleinen Bestände des Riesenbärenklaus am S-Bahnhof Planegg in den letzten Jahren erfolgreich bekämpfen lässt, ebenso, wie dies die Gemeinde mit einem neuen Bestand westlich des Wertstoffhofes tut, ist dies im Bereich des Kiesgrubengeländes schon aufgrund der bloßen Ausmasse der Verbreitung eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Der Eigentümer lässt zudem eine Bekämpfung durch Dritte auf dem Gelände nicht zu. Immerhin ergab ein "Runder Tisch" im Jahre 2014 mit allen betroffenen Umliegern, Eigentümer, Kiesfirma sowie Vertretern von Naturschutzbehörden, dass gemeinsam versucht werden soll, eine Ausbreitung der Pflanze über das Gelände hinaus zu verhindern. Bisher ist zumindest dies gelungen. Hilfreich ist hier auch, dass die vordem ebenfalls zunehmenden Bestände auf den ehemaligen Ackerbrachen Richtung Friedhof und Wohnbebauung auf Initiative des Grundstückseigentümers seit der erneuten Bewirtschaftung dieser Flächen ab 2011 nahezu vollständig verschwunden sind. 

 

Die zuständige Regierung von Oberbayern (ROB) sieht keine Möglichkeit, eine Bekämpfung der Neophyten anzuordnen, weder nach Naturschutzrecht (§ 40 Abs. 6 BNatSchG greife nicht, da keine Arten oder Biotope gefährdet seien), noch nach allgemeinem Sicherheitsrecht (eine Anordnung nach Art. 7 Abs. 2 Nr. 3 LStVG sei nicht möglich, da keine konkrete Gefahr vorliege).

 

Wie andere gebietsfremde, invasive Arten bereitet auch der Riesenbärenklau zudem im Naturschutz Probleme, indem die Vielfalt der heimischen Flora verdrängt wird.

 

Weitere Informationen über den Riesenbärenklau sowie weiterführende Literatur und Links finden Sie z. B. auf den Internetseiten des Bundesamts für Naturschutz.

 

 

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