Archivalie Oktober 2012

Raucherkarte

In unserer Serie die „Archivalie des Monats" stellen wir eine Raucherkarte aus dem Jahre 1949 vor. Herr Köbele aus Planegg hat dem Archiv der Gemeinde Planegg dieses zeitgeschichtliche Dokument dankenswerterweise als Schenkung für unsere Bestände im Bereich Ortsgeschichte überlassen. Die gezeigte Raucherkarte galt während der Zeit der US-und britischen Besatzungszone in Bayern. Das große M am linken Rand der Berechtigungskarte weist darauf hin, dass diese Karte nur für männliche Raucher bestimmt war. Tabakwaren wurden ab 1939 rationiert und sogenannte Raucherkontrollkarten bereits von einigen Wirtschaftsämtern ab Herbst 1941 eingeführt. Um hier eine einheitliche Regelung zu schaffen, durften auf Anordnung des Reichwirtschaftsministers vom 7.1.1942 Tabakwaren im ganzen Reich nur noch gegen Kontrollkarten oder Kontrollausweise abgegeben werden.

 

Es gab unterschiedliche Rationierungen für unterschiedliche Personengruppen. So wurden Raucherberechtigungskarten für Männer mit einem großen M an der linken Seite der Berechtigungskarte versehen. Die Buchstabenkombination M-A galt für männliche Ausländer. P stand für Polen und Ostarbeiter, W für Angehörige der Wehrmacht und der Buchstabe F für Frauen.

Erwachsenen männlichen Rauchern standen nach der Rationierung 40 Zigaretten zu. Frauen, deren Raucherkarte mit einem großen F am linken Bildrand versehen war, erhielten mit 20 Zigaretten lediglich die Hälfte.

Im Nachkriegsdeutschland, als Waren aller Art knapp und schwer zu bekommen waren, blühte der Handel mit Zigaretten und Raucherkarten und wurde somit zu einer Zweitwährung - zu einem Zahlungsmittel, das sich im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auflöste.

 

Selbstverständlich können Sie unsere Archivalie des Monats auch im Original in unseren Archivräumen besichtigen. Falls Sie im Besitz von alten Bezugskarten- und Berechtigungskarten wie z.B. Lebensmittelkarten, Milchkarten, Brotkarten oder Fleisch- und Fettkarten usw. aus der Kriegs- und Nachkriegszeit sind und Sie diese gerne dem Archiv der Gemeinde Planegg vermachen wollen, wenden Sie sich bitte an die Leitung von Archiv&Galerie Planegg (Frau Klemt, Tel. 89926/261, E-Mail klemt@planegg.de). Wenn Sie mehr über die Planegger Geschichte und über unser Archiv erfahren wollen, freuen wir uns über einen Besuch zu den üblichen Öffnungszeiten. Archiv&Galerie Planegg,

 Pasinger Str. 22. Sie haben auch die Möglichkeit, sich auf den Seiten unserer Homepage unter Archiv&Galerie Planegg  zu informieren.

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