Ein Regionalwerk für das Würmtal
Die fünf Würmtalgemeinden lassen derzeit die Frage der Gründung eines gemeinsamen Regionalwerks für das Würmtal prüfen. Am Regionalwerk sollen die Gemeinden Gauting, Gräfelfing, Krailling, Neuried und Planegg sowie ein Partner aus der Versorgungswirtschaft beteiligt sein. Am Ende der umfangreichen Untersuchungen rechtlicher und wirtschaftlicher Art, wenn alle Daten und Fakten auf dem Tisch liegen, bleibt die Entscheidung über eine Beteiligung am Regionalwerk dem Gemeinderat der jeweiligen Gemeinde vorbehalten.
Bei unserem Engagement im Energiebereich haben wir vor allem die Vorteile für unsere Bürger im Blickfeld. Wir wollen unseren Bürgern preisgünstigen Strom mit einem hohen Anteil aus regenerativer Stromerzeugung anbieten. Darüber hinaus sehen wir auch Vorteile eines Regionalwerks beim Service und der Kundenfreundlichkeit, die sich aufgrund der Nähe zum Kunden ergeben.
Ein ambitioniertes Vorhaben
Es handelt sich beim Projekt „Aufbau eines Regionalwerkes“ um ein ambitioniertes Vorhaben, das einer sehr gründlichen Vorarbeit bedarf. Zur Unterstützung wurde eine im Energierecht erfahrene Anwaltskanzlei beauftragt. Das Projekt „Regionalwerk Würmtal“ kann nur durch ein vertrauensvolles, konstruktives Zusammenwirken aller fünf Würmtalgemeinden, insbesondere der Bürgermeister(-innen) gelingen. Bei den Arbeitstreffen im Vorfeld, war die Zusammenarbeit immer ausgezeichnet, sonst wären wir nicht so weit und würden heute nicht hier sitzen.
Wie ist der Projektstand?
Aufgrund des fast zeitgleichen Ablaufs der Konzessionsverträge für die Stromversorgung in allen fünf Würmtalgemeinden erfolgte im Frühjahr 2008 eine öffentliche Ausschreibung der Stromkonzession, auf die sich mehrere Energieversorger beworben haben. Seitdem haben mehrere Arbeitstreffen stattgefunden, an denen die Bürgermeister(-innen) und Sachbearbeiter sowie Berater teilgenommen haben, um ein Konzept auszuarbeiten, das die Grundlage für die Verhandlungen mit den Bewerbern darstellt. Derzeit befinden wir uns in der Verhandlungsphase. Mit einer Entscheidung über die endgültige Konzeption und über die Auswahl des Partners aus der Versorgungswirtschaft ist bis Ende des Jahres zu rechnen.
Die Aufgaben des Regionalwerkes
Übernahme der Stromverteilnetze
Die Würmtalgemeinden möchten, dass das geplante Regionalwerk die örtlichen Stromverteilnetze von der E.ON Bayern AG übernimmt und betreibt. Durch den Zeitablauf der Konzessionsverträge können die Stromverteilnetze von E.ON abgelöst werden. Dem Regionalwerk sollen auch die Wegenutzungsrechte für die Stromver-teilnetze eingeräumt werden.
Zum Aufbau eines Stromvertriebs
Das Regionalwerk soll Verbrauchern im Würmtal und der Umgebung frühzeitig Elektrizität anbieten. Dazu ist geplant, eine eigene Strommarke zu etablieren. In der Anfangsphase sollen die Strombeschaffung und die Abwicklung der Belieferung in Kooperation mit einem erfahrenen Stromanbieter erfolgen.
Partner aus der Versorgungswirtschaft
Die Würmtalgemeinden streben die Beteiligung eines Unternehmens aus der Versorgungswirtschaft an dem Regionalwerk Würmtal an, wobei die Gemeinden gemeinsam die Mehrheit der Gesellschaftsanteile am Regionalwerk halten wollen. Voraussetzung für die Beteiligung eines Versorgungsunternehmens ist eine Ver-ständigung auf gemeinsame Unternehmensziele.
Beteiligung weiterer Gemeinden
Das Regionalwerk Würmtal ist offen für eine Beteiligung weiterer Gemeinden aus der Region.
Umweltpolitische Komponente
Wegen der zu erwartenden Klimaveränderungen hat sich Deutschland zum Ziel gesetzt, die CO2-Emmissionen bis zum Jahr 2020 – d.h. in nur 11 Jahren – um 20 % zu senken. Um die angestrebte Verminderung der CO2-Emmissionen zu erreichen, muss der Energieverbrauch durch Einsparung und einen effizienteren Einsatz der Energieträger vermindert werden. Außerdem muss der verbleibende Energiebedarf zu einem größeren Teil mit regenerativen Energien gedeckt werden. Energieeinsparung kann nur dezentral erfolgen, ebenso die Gewinnung regenerativer Energien.
Die Energieversorgung wächst also zunehmend in den Aufgabenbereich der Gemeinden hinein, sie wird (wieder) eine Angelegenheit der örtlichen Gemeinschaft.
Erfahrungen aus anderen Städten
Die Energieversorgung wird in über 750 deutschen Städten von Kommunen durch Stadtwerke erbracht und in aller Regel handelt es sich um Gewinnbetriebe. Ein Stadt-/ bzw. Regionalwerk stärkt die lokale Wirtschaftskraft und schafft sichere Arbeitsplätze. Die Bürgerakzeptanz gegenüber kommunalen Einrichtungen der Daseinsvorsorge ist gerade im Zeitalter der Globalisierung sehr hoch. Zunehmend suchen die Menschen Halt und Orientierung in Ihrer Gemeinde, mit der sie sich identifizieren können. Unser Ziel ist es, das Regionalwerk so aufzustellen, dass es die Bürger als ihr Werk sehen.
 
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